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Inhalt:
bis 1969

Teil III: Glanzzeit und Ende
In der Nachkriegszeit gelang NSU ein rascher Wiederaufstieg durch den verstärkten Drang der Menschen nach Mobilität. Quick, Fox, Lux und Max schrieben Motorradgeschichte.
Die bereits in den 30-er und 40-er Jahren erfolgreich verkaufte Quick (Gesamtstückzahl: 300.000) wurde noch bis 1953 gebaut. Die erste Neuentwicklung nach dem Krieg war 1949 die Fox von Chefkonstrukteur Albert Roder. Roders Max wurde in den 50-er Jahren sogar zum meistgefahrenen Motorrad aller Klassen.
Mitte der 50-er Jahre war NSU größter Zweiradhersteller der Welt und exportierte in 90 Länder. Ca. 7000 Mitarbeiter erzielten allein im Jahr 1955 eine Stückzahl von 350.000 hergestellten Fahrzeugen.
Das zuverlässige Quickly, damals beliebtestes Moped weltweit, wurde 980.000 Mal gebaut. Es war so populär, dass selbst schwergewichtige Schauspieler darauf schworen, Curd Jürgens z.B. (damals) oder Ottfried Fischer (noch heute).
Mit der Lambretta, einem Lizenzbau der Firma Innocenti, partizipierte NSU schließlich auch am Roller-Boom dieser Jahre und legte mit der Prima sogar eine Eigenkonstruktion in diesem populären Marktsegment vor.
Auch in der Rennszene machte sich NSU wieder einen Namen. Große Erfolge auf allen Rennstrecken der Welt wurden erzielt durch Heiner Fleischmann, Werner Haas, Erwin Schmider (Gelände), Hans Schuhmann, Hermann Böhm, Rupert Hollaus, H.P. Müller und Hans Baltisberger.

Fast 30 Jahre nach dem Aus der Vierradproduktion wurden im Zuge des Wirtschaftswunders erstmals auch wieder Autos gebaut.
Auf Betreiben der neuen Werksleitung um Gerd Stieler von Heydekampf und Viktor Frankenberger lief 1957 der Prinz vom Band. Das Auto verkaufte sich bestens, die Kurse der NSU-Aktien stiegen sprunghaft.
Wie auch andere Zweiradhersteller entschied sich NSU deshalb, die Zweiradsparte aufzugeben und sich ganz auf die Herstellung von Autos zu konzentrieren.
1964 lief der Spider vom Band, das erste Auto mit Wankel-Motor. Auch mit diesem Fahrzeug wurden motorsportliche Erfolge erzielt, so wurde der Spider mehrfacher Meister im Bergrennsport.

Großes Wagnis war die Entwicklung des RO 80 mit revolutionärem Design. 1967 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt, wurde die neue Limousine von der Fachwelt gefeiert. Die Presse lobte den seidenweichen Lauf des Doppelscheiben-Wankelmotors (2 x 498 ccm) mit seiner großen Leistung. Das Wankelprinzip geriet indes wegen Verdichtungsproblemen an den Kolbenspitzen (Abbrand) und hohen Kraftstoffverbrauchs in die Kritik.
Auch wenn sich die technischen Schwierigkeiten als typische Kinderkrankheiten einer neuen Technik entpuppten und die Probleme schließlich gelöst wurden, geriet NSU in wirtschaftliche Turbulenzen, aus denen sich die Firma nicht mehr befreien konnte.
Eine Werksschließung wurde 1969 nur durch Fusion mit der VW-Tochter Audi verhindert. Seither führt der Ingolstädter Konzern Regie in Neckarsulm und die NSU-Story ist beendet.
Literaturhinweis:
Die beste Gesamtdarstellung der NSU-Geschichte stammt von Peter Schneider. Seine faktengesättigte Abhandlung enthält zahlreiche Bilder und einen ausgezeichneten technischen Anhang. Sie können das Buch in unserem Museumsshop erwerben:
Peter Schneider, Die NSU-Story. Die Chronik einer Weltmarke, Stuttgart 1999 (2. Aufl.)





